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Vivaldis «Winter» in Potsdam

Potsdam - Berliner Morgenpost, Freitag, 27. Dezember 1996
Winterzauber in Potsdam: Durch den Park von Sanssouci spazieren weihnachtsfrohe Menschen. An diesem ersten Weihnachtsfeiertag scheinen sie gegen Nachmittag fast alle nur ein Ziel zu haben: Man strömt in hellen Scharen dem Neuen Palais zu.

Den Feiertagsglanz noch in den Augen, strahlende Sonne über der winterlichen Landschaft sorgen da für die rechte Stimmung. Alles freut sich auf ein festliches Konzert. Das soll es im Schloßtheater geben. Dort ist die Brandenburgische Philharmonie Potsdam angetreten, um einen opulenten musikalischen Schmaus zu bereiten.

Passend zum fürstlichen Ambiente des Palais gibt es barocke Meisterwerke. Und auch der Jahreszeit gleicht man sich an. Was liegt da also näher, als den «Winter» aus den «Vier Jahreszeiten» von Antonio Vivaldi zu spielen? Treffender könnte ein weihnachtliches Konzert nicht zusammengestellt sein.

In kleiner aber feiner Besetzung ließen es die Brandenburgischen Philharmoniker dann auch nicht an Musizierfreude fehlen. Unter der Leitung von Jürgen Bruns gedieh das Spiel zu einem mitreißenden Erlebnis. Wesentlichen Anteil am Gelingen hatte Violinsolist Peter Rainer, der dem Konzert die Glanzlichter aufsetzte.

Mit Herzenswärme und viel Schmelz ließen Solist und Orchester den Frost draußen und zeichneten das Bibbern in der Kälte nach, dem man in wohliger Wärme behaglich lauschen mag. Bereichert wurde das Konzert durch zwei Stücke aus den «Concerti armonici» von Unico Wilhelm Graf van Wassenaer. Der Name dieses holländischen Barockmeister ist recht unbekannt, was daran liegt, daß er anonym veröffentlichte. An seinem Können liegt es nicht, denn man hielt lang seine Werke für die es eines Pergolesi oder Händel.

Die Aufführung von zwei Divertimenti aus der Feder Wolfgang Amadeus Mozarts rundete den Konzertnachmittag ab. Die musikalischen Zerstreuungen wurden höchst konzentriert und dabei doch mit aller wünschenswerten Leichtigkeit gespielt. Erasmus von Krause

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