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Jahrgang der Presseartikel

Dies ist eine Übersicht der Artikel, die ich im Jahr 1994 geschrieben habe.

Feuilleton - Sonntag, 2. Januar 1994

Kleists Ritterdrama «Käthchen von Heilbronn» wurde unter dem Titel «Käthchen» gezeigt. Angetreten war die Gruppe unter der Regie Mathias Merkles, um das Werk aus den Fängen der etablierten Kulturszene zu befreien. Träger des Projektes ist das Recycling Act Theater.

Feuilleton - Samstag, 8. Januar 1994

Hanjo ist die japanische Bezeichnung für ein Mädchen. Früher einmal gab es eine Konkubine dieses Namens, die verstoßen würde und darüber den Verstand verlor. Der japanische Dramatiker Yukio Mishima schrieb das Stück «Hanjo oder die getauschten Fächer». Auf diesem Stück basiert die Inszenierung, die jetzt im Tacheles in der Oranienburger Straße Premiere hatte.

Feuilleton - Samstag, 8. Januar 1994

Eine umjubelte Premiere im carrousel-Theater erlebte das Stück «Rose und Regen, Schwert und Wunde», das der Schweizer Dramatiker Beat Fäh nach Shakespeares «Sommernachtstraum» geschrieben hat. Dieses Schauspiel konzentriert sich ganz auf die Begebenheiten in dem griechischen Hain, wo Puck sein koboldhaftes Unwesen treibt und eine fast heillose Verwirrung der Gefühle anrichtet.

Feuilleton - Donnerstag, 20. Januar 1994

Einen Eindruck davon, wie wohl Hamlets junge Jahre ausgesehen haben könnten, vermittelt jetzt das carrousel Theater mit seiner neuen Produktion «Der kleine Prinz von Dänemark». Der schwedische Autor Torsten Letser hat aus Shakespeares Tragödie eine neue Version erarbeitet. Er hat dabei auch Elemente aus Antoine de Saint-Exupérys Erzählung «Der kleine Prinz» verarbeitet.

Feuilleton - Sonntag, 23. Januar 1994

Kabarett der vierten Dimension hatte die Gruppe «Die letzten Westler» angekündigt, doch es gab nur eindimensionales Einerlei. Spätestens bei einer Szene, die Helmut Kohl als geistigen Erben Hitlers auszugeben versucht, wird das dürftige Niveau deutlich.

Es gibt mit Sicherheit viel Kritikwürdiges bei den Mächtigen. Doch wenn die Kritik nur noch rüpelhaft ist, verliert sie ihre Glaubwürdigkeit, weil sie ihre Treffsicherheit einbüßt.

Feuilleton - Donnerstag, 27. Januar 1994

Unter dem Titel «brechtlos» beginnen am Freitag die 17. Brecht-Tage, die vom Literaturforum im Brecht-Haus veranstaltet werden. Nach einem «fiktiven Dokumentarfilm» von Jutta Brückner um 18 Uhr gestalten um 20 Uhr Gina Pietsch und Gerhard Folkerts auf der Probebühne des Berliner Ensembles ein Brecht-Programm unter dem Titel «Glück ist Hilfe oder Brecht: Ich bin ein Ausländer».

Feuilleton - Freitag, 28. Januar 1994

Liebe, Laster, Ladehemmung in der Literatur erotischer Couleur stand im Mittelpunkt der Lesung von John Updikes «Transaktion». Christian Brückner las im Podewil diese Erzählung über die Ereignisse einer Dezembernacht des Jahres 1972, in welcher Ed, ein betrunkener 40jähriger, das schwere Gewerbe leichter Mädchen beobachtet.

Feuilleton - Dienstag, 1. Februar 1994

Budapest kann sich jetzt als die Stadt des europäischen Kulturmonats präsentieren. Damit ist sie neben Lissabon, der diesjährigen Kulturhauptstadt Europas, eine der ersten Adressen für Kulturreisende.

Seit 1992 ist es üblich, daß die jeweilige Kulturhauptstadt des Jahres eine Stadt zu ihrer Partnerstadt wählt, die dann den europäischen Kulturmonat ausrichtet. Lissabon votierte für Budapest. Die beiden Städte werden einen besonders regen Kulturaustausch betreiben und mit Künstlern in der jeweils anderen Stadt präsent sein.

Feuilleton - Dienstag, 1. Februar 1994

Oskar Panizza wird wieder einmal entdeckt

Aufs offene Meer statt in die Kirche zog es Oskar Panizza, doch in Gedanken hörte er monotone Psalmodien. In die Kammerspiele des Deutschen Theaters statt in die Kirche zog es das Publikum, um die Gedanken Oskar Panizzas zu hören. Und der Titel dieser Matinee war dann doch ein Bibelwort, wenn auch in leicht veränderter Form: Werft eure Perlen nicht vor diese Säue.

Feuilleton - Donnerstag, 3. Februar 1994

Wer mit dem Wort Video bislang eher die Pleiten und Pannen anderer assoziierte, der kann spätestens jetzt einen neuen Zugang zu diesem Medium finden. Das Videofest 1994 steht an und zeigt, daß man auf Videobändern auch Kunst vermitteln kann und nicht nur Schadenfreude.

Zeitgleich mit dem großen Bruder Kinofilm geht nun auch das Videofest an den Start. Parallel zur Berlinale startet am 10. Februar die Präsentation nationaler und internationaler Videofilme. Bis zum 20. Februar werden 256 Beiträge aus 24 Ländern gezeigt.

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