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75 Mal «Der nackte Wahnsinn» mit Ralf Wolter

Feuilleton - Berliner Morgenpost, Mittwoch, 8. Januar 1997

Der Wahnsinn hat Folgen! Der «Nackte Wahnsinn» im Renaissance Theater ist einer der größten Erfolge des Hauses. Die haarsträubenden Ereignisse um eine Theatergruppe, die versucht ein Stück auf die Beine zu stellen, begeistern das Publikum. Und mittendrin Ralf Wolter, der quicklebendig alle Register seines Können zieht. Am 8. Januar geht das Stück zum 75. Mal über die Bühne. Die Berliner Morgenpost sprach mit Ralf Wolter.

Berliner Morgenpost: Herzlichen Glückwunsch nachträglich zum 70.: zum 70. Geburtstag und zum 70. Auftritt im «Nackten Wahnsinn».

Ralf Wolter: Ich fühle mich noch gar nicht so alt. Das nimmt man so, das Alter. Da stört die sieben nur rein optisch ein wenig. Für mich ist es wichtiger, daß ich in diesem Stück mitspiele. Und es war im letzten Jahr schließlich nicht das einzige Stück: Ich habe genau 100 Mal in den «Piraten» am Theater des Westens auf der Bühne gestanden - und vor der Kamera fürs Fernsehen war ich auch noch.

BM: Das ist ein enormes Arbeitspensum...

Wolter: Am Anfang erschien es mir auch wie ein enormer Berg. Doch in der Rückschau wirkt das fast so, als wäre es nichts gewesen.

BM: Was reizt sie am «Nackten Wahnsinn»?

Wolter: Es ist einfach ein wunderbares Stück. Slapstick wird in Deutschland meist unterbewertet. In diesem Stück darf ich trotz allen Blödsinns einen richtigen Menschen spielen: Ein alter Schauspieler bekommt hier noch einmal eine Chance.

Außerdem stimmt auch alles hinter den Kulissen. Es ist ein tolles Ensemble und auch die Regie ist richtig. Ich habe diese Qualitäten jahrelang nicht mehr erlebt. Ich sage immer: Das Paket muß stimmen! Denn was nützt es in einem kleine Ort unter guter Regie, oder in einem großen Theater unter schlechter Regie zu spielen?

BM: Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Wolter: Ich bin ein freier Vogel und kann nur auf weiter so tolle Arbeit hoffen. Fest steht, daß ich weiter fürs Fernsehen drehe und Ende des Jahres auch wieder auf der Bühne stehe - aber den Titel darf ich noch nicht verraten. Erasmus von Krause

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