Du bist hier

Preis für Jan Schütte

Feuilleton - Berliner Morgenpost, Montag, 26. September 1994
Der Artur-Brauner-Preis ging, wie in den beiden Vorjahren, wieder an einen Film, der sich mit der Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturkreise befaßt. Wie Otto Sander jetzt bei der Verleihung im Astor-Kino in seinem Grußwort sagte, habe man einen solchen Film mit «Auf Wiedersehen Amerika» von Jan Schütte gefunden.

Artur Brauner überreichte den mit 50 000 Mark verbundenen Preis an Jan Schütte, der damit auch für seinen Mut ausgezeichnet wurde, einen Film zu machen, der es wegen seiner Thematik schwer haben könnte, sich gegen leichte Unterhaltungsfilme durchzusetzen. Der Film erzählt die Geschichte von drei Polen, die vor den Nazis in die USA geflohen waren und nun ins veränderte Polen zurückkehren.

Jan Schütte sagte über seinen Film, der mit Erfolg in Cannes lief, für den Felix nominiert wurde (wie berichtet) und in Berlin seit fünf Monaten im Sputnik läuft, daß er bewußt gegen «goldene Regeln für erfolgreiche Filme» verstoßen habe: Der Film spiele zu einem guten Teil in Polen. Die Helden sind drei alte Leute, die in einem Gewirr aus Polnisch, Englisch und Deutsch reden. Doch mit seiner Komik werde sich der Film sein Publikum erobern. E.v.K.

Zur Liste der Pressearbeiten