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Ein Revolutionsopfer kommt wieder auf der Opernbühne zu Wort

Feuilleton - Berliner Morgenpost, Montag, 26. September 1994
Die Köpfe rollten im Gefolge der französischen Revolution. Es ist jetzt genau 200 Jahre her, daß André Chénier auf der Guillotine endete. Über diesen Lyriker, der mit knapp 32 Jahren den Schergen Robespierres zum Opfer fiel, hat Umberto Giordano (1862-1948) eine Oper geschrieben.

Die Deutsche Oper Berlin wird Giordanos «André Chénier» nun wieder auf die Bühne bringen. In einer Einführungsveranstaltung kamen die Macher dieser Inszenierung zu Wort. Regisseur John Dew sieht in dieser Oper ein Panorama der Revolution. Doch das Augenmerk liege auf den Einzelschicksalen der drei zentralen Personen.

Dirigent Rafael Frühbeck de Burgos lobte den musikalischen Einfallsreichtum Giordanos. Bühnenbildner Peter Sykora und José-Manuel Vazquez (Kostüme) setzen bei ihrer Arbeit weniger auf den Naturalismus, dem sich noch Giordano in seiner Komposition verpflichtet gefühlt haben mag. Man wolle mit sinnfälligen Andeutungen den inneren Gehalt zur Geltung bringen. Premiere ist am Mittwoch um 18 Uhr sein. E.v.K.

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