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Humorvolle Leiden eines Schauspielers, der sich verachtet

Feuilleton - Berliner Morgenpost, Sonnabend, 2. April 1994
Ein Schauspieler sagt seine Vorstellung ab. Das mag nichts Ungewöhnliches sein. Aber wenn er mit der Ankündigung der Absage seiner Vorstellung einen ganzen Abend bestreitet, dann wird's unterhaltsam. «Ich wundere, daß ich mich noch lebe» lautet der verrückt klingende Titel des Abends, der von der Kunst des Sterbens erzählt. Schauspieler Elmar Gutmann hat nach wenigen Sätzen das Publikum auf seiner Seite.

Mit seinem selbstgeschriebenen Soloabend schildert er die Leiden eines sich für unfähig haltenden Darstellers. Dabei sind einige Anleihen bei Woody Allen erkennbar. Wenn Gutmann ins Grübeln kommt, zitiert er erst Goethe und Descartes, dann ganz unvermittelt ein paar Kalauer. Wer Gutmann auf seiner Achterbahn anspielungsreicher Scherze folgen kann, wird sich gut unterhalten. E.v.K.


Ratibor Theater, Cuvrystraße 20, Berlin-Kreuzberg Täglich, außer dienstags und mittwochs, um 20 Uhr. Bis zum 10. April.

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