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Leben und Leid in Rio

Feuilleton - Berliner Morgenpost, Donnerstag, 10. März 1994
Rio de Janeiro ist nicht nur die Kulisse für den Karneval, Rio steht auch für das Leid der Straßenkinder, die in den Favelas ein elendes Leben fristen. Die Geschichte zweier Mädchen wird in dem Stück «Rote Schuhe» von Tiziana Lucattini erzählt. Marcello Diaz hat es im carrousel-Theater inszeniert.

Wir erleben einen Tag der beiden Mädchen Stelluna und Mammalena, die auf der Flucht vor den Todesschwadronen sind. Mammalenas Mutter ist vor kurzem ermordet worden, und das einzige Andenken, das das Kind an sie hat, sind ihre roten Schuhe.

Die beiden Kinder versuchen, mit hoffnungsvollen Illusionen der realen Hoffnungslosigkeit zu entfliehen. Um sich Mut zu machen, erzählen sie sich ihre Phantastereien. Stelluna nimmt diesen Selbstbetrug teils an, dann kämpft sie wieder dagegen an.

Die Brasilianerin Carla Bessa als Stelluna und die Argentinierin Patricia Gorlino als Mammalena spielen beeindruckend die Rollen dieser Straßenkinder. Begleitet wird ihr Spiel durch den Musiker Tobias Dutschke. Erasmus von Krause

carrousel-Theater an der Parkaue, Hans-Badenberg-Platz 1, Lichtenberg. Nächste Vorstellungen: heute und morgen, 19.30 Uhr sowie am 14. und 15. März um 10.30 Uhr.

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