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Parallel zur Berlinale gibt's im Podewil das Videofest Berlin

Feuilleton - Berliner Morgenpost, Donnerstag, 3. Februar 1994
Wer mit dem Wort Video bislang eher die Pleiten und Pannen anderer assoziierte, der kann spätestens jetzt einen neuen Zugang zu diesem Medium finden. Das Videofest 1994 steht an und zeigt, daß man auf Videobändern auch Kunst vermitteln kann und nicht nur Schadenfreude.

Zeitgleich mit dem großen Bruder Kinofilm geht nun auch das Videofest an den Start. Parallel zur Berlinale startet am 10. Februar die Präsentation nationaler und internationaler Videofilme. Bis zum 20. Februar werden 256 Beiträge aus 24 Ländern gezeigt.

Zentraler Veranstaltungsort ist das Podewil in der Klosterstraße 68-70 in Mitte. Dort sind die Filme und auch Video-Installationen zu sehen. Außerdem gibt es eine Computer-Installation, mit der es ermöglicht wird, weltweit Kontakte aufzunehmen.

Das Programm gliedert sich in täglich fünf Bereiche. Um 12 Uhr werden Werke einzelner Videoschaffender präsentiert, so etwa Filme des Fernsehjournalisten Gerd Monheim. Ferner sind Filme zur deutschen Geschichte und auch Filme aus Osteuropa und Lateinamerika zu sehen.

Um 18 Uhr wird schwerpunktmäßig das Verhältnis Fernsehen und Videokunst behandelt. Dazu sind auch Vertreter diverser Rundfunkanstalten eingeladen. Betrachtet wird zum Beispiel, wie Fernsehbilder recycelt werden und in einem anderen Kontext eine neue Bedeutung erlangen.

Um 20.30 Uhr läuft das täglich wechselnde Hauptprogramm. Dokumentationen, experimentelles Videofilmen und auch Features sind dann zu sehen. Die Filme werden zwei Tage später immer um 16 Uhr wiederholt.

Um 22.30 Uhr stehen unter dem Titel »Nighfflight» Filme auf dem Programm, die täglich andere Schwerpunkte setzen. Ergänzt wird das Programm durch die Multimedia-Installation »Womb Wars» in der Galerie am Pariser Platz, Pariser Platz 4, in Mitte, die täglich von 12 bis 21 Uhr besichtigt werden kann. Erasmus von Krause

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