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Texte, die das Publikum nicht erreichten

Feuilleton - Berliner Morgenpost, Freitag, 15. Oktober 1993

Das norwegische Verdens teatret führte jetzt im Podewil seine «Oktobertrilogie» auf. Zu sehen war der zweite und dritte Teil der Trilogie.

Angekündigt war eine Mixtur aus Lesung, Revue, herkömmlichem Stückdialog und Improvisation. Damit wolle man die «bedeutungslos gewordenen Lebenszusammenhänge» humoristisch aufs Korn nehmen, hieß es vollmundig im Programmzettel.

Die Texte von Beckett, Strindberg, Ibsen, Shakespeare und anderen wichtigen Dramatikern sorgten für hohe Erwartungen. Doch da wurde das Publikum enttäuscht. Der Abend dümpelte mit Szenen- und Wortfetzen vor sich hin. Die Texte wurden nicht durch einfühlsames Schauspiel erlebbar gemacht.

Die dadurch entstandene Ödnis war auch durch blindwütiges Zertrümmern von Stühlen nicht zu überwinden. Auch noch so wilde Tanzszenen zu sehr lauter Musik hauchten der Vorstellung kein Leben ein. Von allem etwas ist für die ganze Darbietung zu wenig. E.v.K.

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