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Presseartikel in chronologischer Reihenfolge

Hier sind meine Arbeiten als freier Journalist für die Berliner Morgenpost zwischen 1993 und 1998 chronologisch aufgelistet. Bitte klicken Sie auf den Titel eines Artikels, um den ganzen Text zu lesen.
Viel Spaß bei Stöbern.

Feuilleton - Samstag, 26. März 1994

König David ist zweifellos eine der schillerndsten Personen des Alten Testaments. So nahm sich auch Hans Henny Jahnn das Buch der Bücher und formte aus den Kapiteln Samuel 1, 16-22 sein Drama «Spur des dunklen Engels».

Im Mittelpunkt steht die Jugendliebe des späteren Königs Israels und wohl bedeutendsten Psalmsängers. Seine Liebe gilt Jonathan, dem ältesten Sohn seines Königs Saul. Doch auch Saul begehrt den Knaben, der ihn durch seine Kunst des Musizierens besänftigen kann. Und doch gerät das Musikgenie David in den Strudel der Intrigen und muß um sein Leben fürchten.

Feuilleton - Montag, 28. März 1994

Über die Flure und Gänge, über die Bühne und an der Bar tobt das Molière-Spektakel «Der Herr aus der Provinz» im Theater an der Schönhauser. Verräterisch ist schon da der Untertitel «Molières Geisterbahn», denn so rasant wie die Jahrmarktsattraktion ist auch dieses Spiel. Mit Tempo und Temperament agieren die zehn Darsteller unter der Regie von Axel Poike.

Feuilleton - Dienstag, 29. März 1994

«David und Diego» als Solo im carrousel-Theater

Die utopischen Planungen schöngeistiger Ideologen haben schon immer die schönsten Entwürfe des «neuen Menschen» hervorgebracht, doch Schwule paßten nie in diese Weltbilder. Wie könnte es also einem Homosexuellen ergehen, der auf Kuba lebt? Seine sexuelle Orientierung ist zwar kein Tabu mehr, paßt aber auch in keinen Fünfjahresplan.

Feuilleton - Donnerstag, 31. März 1994

In der Liebe geht er über Leichen. Blaubart hat seine erste große Liebe, seine Klavierlehrerin, im Besenschrank eingeschlossen und sich erst nach zwei Jahren wieder an sie erinnert, als sie dort gefunden wird. Seinen anderen Frauen geht es nicht besser: Stets sind es die kleinen Unachtsamkeiten, die das Leben der Damen beenden. Und mit jedem dieser Unfälle wächst das Damen-Orchester Blaubarts. Dem wohlgeformten Klangkörper fehlt noch die schöne Stimme. Also entschließt sich Blaubart zur Heirat mit der Sängerin Marie.

Feuilleton - Samstag, 2. April 1994

Ein Schauspieler sagt seine Vorstellung ab. Das mag nichts Ungewöhnliches sein. Aber wenn er mit der Ankündigung der Absage seiner Vorstellung einen ganzen Abend bestreitet, dann wird's unterhaltsam. «Ich wundere, daß ich mich noch lebe» lautet der verrückt klingende Titel des Abends, der von der Kunst des Sterbens erzählt. Schauspieler Elmar Gutmann hat nach wenigen Sätzen das Publikum auf seiner Seite.

Feuilleton - Sonntag, 17. April 1994

«Aus dem Alltag einer Malerin» und ihren vielen Bekannten, sämtlich gescheiterte Existenzen, erzählt das Stück von Johannes Breu. In diesem Gebräu aus dadaistischen Szenen, collagenhaften Reihungen von Bewegungsabläufen und pantomimischen Fragmenten entwickeln sich keine glaubwürdigen Charaktere oder Handlungsstrukturen. Dem Ganzen durch Vulgarismen Leben einzuhauchen, wirkt eher hilflos.

Feuilleton - Montag, 18. April 1994

Bunte Ringelnatz-Revue hatte Premiere in der Tribüne

Bizarrer Humor und freundlich garstiger Witz prägen allenthalben die Verse und Erzählungen des Joachim Ringelnatz. Dies wird auch so in einer munteren Revue in der Tribüne vorgetragen, wo Rainer Behrend aus Ringelnatz-Werken eine bunte Mischung zusammengestellt und unter dem Titel «Du mußt die Leute in die Fresse knacken!” inszeniert hat.

Uli Schreiber hat die meisten Gedichte in Musik gesetzt und begleitet zusammen mit Thomas Langlotz und Richard Nickel schwungvoll den Abend.

Feuilleton - Freitag, 22. April 1994

Zwei-Personen-Stück im Carrousel-Theater

Eine Jüdin wird frühmorgens verhaftet, nach Auschwitz deportiert - und erscheint abends pünktlich zum Romméabend. Das ist die höchst eigenwillige Geschichte, die George Tabori in seinem Stück «Mutters Courage» erzählt. Es ist die Geschichte seiner eigenen Mutter, die Tabori da als reichlich makaberes Erinnerungsstück ins Rampenlicht gezerrt hat.

Feuilleton - Sonntag, 24. April 1994

Urängste eines Aids-Kranken bringt Christian Wolz in seiner Oper «COR» (lateinisch: Herz) auf die Bühne. Wolz ist Komponist und Regisseur dieser Uraufführung im Theater am Halleschen Ufer. Ein einziger Akteur, Chris Cluss, setzt Wolz' Klangbilder aus verschiedenen Lauttechniken der menschlichen Stimme um. Diese Vokalisen werden elektronisch verfremdet und mit Diaprojektionen Illustriert.

Feuilleton - Dienstag, 26. April 1994

Jazz an einem frühsommerlichen Abend bot das holländische Multitalent Armando zusammen mit dem Greetje Kauffeld Trio im Hebbel-Theater. Greetje Kauffeld sang Jazz-Arrangements bekannter Schlager und Evergreens der letzten Jahrzehnte. Sie wurde dabei begleitet vom Gitarristen Peter Nieuwert und dem Saxophonisten Jan Menu. Im Zusammenspiel mit Armando schuf dieses Quartett selbst auf der Theaterbühne eine intime Nachtbar-Atmosphäre.

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